Das innere Kind – Was ist das eigentlich?

Innere Kritiker, Innere Antreiber, Innere Kinder…was wir nicht alles in unserem Inneren spazierentragen. Bei mir ist das so: Was nicht im praktischen Leben hilft, kommt weg.

Ich brauche solche Konzepte so einfach, dass ich sie a) verstehen b) annehmen und c) umsetzen kann. Was nicht diesem Dreierlei entspricht, lasse ich ungerührt liegen. Die Sache mit dem „Inneren Kind“ fand ich allerdings zu interessant zum Liegenlassen.

Wer ist das innere Kind und was hat das mit meinem Alltag zu tun?

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In uns drinnen sind alle Erfahrungen unseres bisherigen Daseins gespeichert. Wirklich alle. Und nicht nur die. Es sind auch die Schlüsse, die wir daraus zogen und die Strategien, die wir entwickelten, dabei. Ganz schön viel, was? Und exakt diese Verbindung aus gespeicherten Erfahrungen, Schlüssen und Strategien beeinflusst uns genau HIER und genau JETZT.

Woran merke ich diese geheimnisvolle Wirkkraft aus dem Inneren?

Es kann sein, dass dich ein Vorgesetzter stark verunsichert. Du, als erwachsener Mensch, kannst dir das eigentlich nicht recht erklären – schließlich weißt du, was du kannst. Oder jemand, der dir wichtig ist, hat deinen Geburtstag vergessen und du spürst plötzlich eine Trauer, deren Tiefe dich selbst überrascht.

Besonders wenn sie kreativ werden wollen, steigen bei vielen Menschen alte Erfahrungen der harschen Kritik, des nicht ernstgenommen oder sogar verlacht werdens auf. Manche haben sich gegen den Schmerz eine stählerne Ritterrüstung aus dem Schutzsatz: „Ich bin nicht kreativ“ geschmiedet. Warum? Weil du als kleines Wesen mit deinen ersten gestalterischen Ausdrücken über die Maßen verletzlich warst. Wenn man doch nur schon damals gewußt hätte, wie zart und kostbar das da in uns ist!

Es ist noch da – Die Wiederentdeckung des inneren Zauberreiches

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Die gute Nachricht ist: Du kann dieses Zarte und Kostbare in dir drinnen wiederentdecken. Und genau dafür wurde der Begriff „Inneres Kind“ erfunden. Es hilft nämlich sehr, sich diese Verbindung aus Erfahrungen, Schlüssen und Strategien als das kleine Persönchen vorzustellen, das wir mal waren. Es kann sehr verschreckt, schüchtern, ernst und pflichtbewußt sein… ganz sicher ist es aber auch witzig, sprudelnd, einfallsreich, verschmust und vieles mehr. Es ist unheimlich spannend und sehr bereichernd, diese Eigenschaften aufzutun, zu beobachten und sich behutsam mit ihnen anzufreunden.

Plötzlich registrierst du, dass da eigentlich das kleine Du vor deinem Chef steht. Das kleine Wesen, dass es „Dem der Nahrung bringt“ unbedingt und lebensnotwendig recht machen will. Es erklärt sich so manche heftige Reaktion, wenn ich mir bewusst werde, dass ich als Erwachsene das gar nicht so schlimm finde, wenn jemand meinen Geburtstag vergisst, das aber große Verlassenheitsgefühle und dolle Ängste in dem kleinen in mir wohnenden Persönchen auslösen kann.

Gerade die Gefühle, die der Situation eigentlich nicht angemessen erscheinen, sind ein guter Hinweis darauf, dass sich gerade
etwas in mir erinnert.

Das zu begreifen, hat in mir großes Vertständnis für mich selbst geschaffen und mich sehr mitfühlend gemacht. Ich brauche nicht zu forschen, ich lasse einfach die jeweilige Situation mich lehren. Mit der Zeit verfeinert sich das Gefühl dafür, wer da gerade „am Werk“ ist und ob es sein kann, dass das kleine Du dir etwas sagen oder zeigen möchte.

Seit ich offener bin und diese Impulse erlaube, stelle ich fest, dass wir zum Beispiel die Farbe Rosa sehr lieben – das kleine Persönchen und ich. (Und wie lange hatte ich mir Rosa als „Kitsch“ verbeten). Ausserdem, dass Geschwindigkeit und Sausen großen Spass macht und „Glitzer“ geradezu unwiderstehlich ist.

Wenn du magst, lade ich dich ein, das 3-Minuten-Video zur Figur „Grosse Klappe – ich dahinter“ anzuschauen. Vielleicht bekommt etwas (oder jemand?) in dir Lust zu Werkeln oder du erinnerst dich daran, dass auch du manchmal Angst versteckt hast, indem du etwas „aufgeblasen“ und größer gemacht hast, als es war.

Alles Liebe für dich und das,
was da in dir verborgen ist,

Petra

 

frisches_gruen_eintragebuttonGar nicht so einfach…

 

… im täglichen Allerlei dranzubleiben an der Achtsamkeit, dem Spiel und dem kreativen Vergnügen? Das „Frische Grün“ per E-Mail erinnert, ermutigt und unterstützt dich dabei!

4 Kommentare

  1. Liebe Petra,
    ich möchte dir an dieser Stelle mal Danke sagen. Danke für deine wirklich schöne und sehr übersichtlich aufgebaute Seite. Es macht mir richtig Spaß hier zu stöbern. Und auch danke für deine Texte. Ich finde sie „technisch“ sehr gut geschrieben und deine Worte berühren mich immer sehr tief drinnen. Ich bin einer von den Menschen, die davon überzeugt sind, einfach nicht kreativ zu sein. Ich habe auch keinerlei „bunte“ Hobbies oder so. Aber irgendwie ist da was in mir, was sich von dir stark angesprochen fühlt. Bin sehr gespannt, was da noch alles kommt 😉
    Alles Liebe, Jeanne

    • Liebe Jeanne,
      ich danke dir für dein „Danke“. Es ist so schön, zu lesen, dass etwas in Resonanz geht. Ich musste gerade sehr schmunzeln, als ich von „bunten“ Hobbies las. Früher glaubte ich allen Ernstes, dass „kreative Menschen“ solche sind, die wilde Orgien feiern, bewußtseinsverändernde Substanzen zu sich nehmen und sich nackig in Farben wälzen (als junger Mensch hatte ich mal einen entsprechenden Film gesehen und meine Schlüsse daraus gezogen). Mittlerweile bin ich drüber weg und der Überzeugung, dass Kreativität auch was ganz Leises, Unaufgeregtes sein kann. Was, das viel kleiner beginnt als alle ahnen. Es beginnt damit, dass ich mir einen Salatkopf aufschneide und die Schönheit seiner inneren Schichten sehe, dass es mir gefällt wenn ich ein paar rote Tomatenschnitze dazugeb. Es beginnt damit, dass ich nach einem kurzen Plausch mit der Nachbarin bemerke, dass ich gerade etwas gestaltet habe. Ein Gespräch nämlich. Die Kombination unserer Kleidung ist ein tägliches gestalterisches Projekt (und kann bei besonderen Gelegenheiten auch zu einem größeren Projekt werden ;-)) Mir das bewußt zu machen, dass ich bereits die ganze Zeit gestalte, das hat sehr zu meiner Entspannung beigetragen und dort, wo etwas entspannt ist, entsteht Raum.
      Ganz liebe Grüße,
      Petra

  2. Regula

    Liebe petra, ganz lieben dank für den wunderbaren text und ein grosses kompliment für „die grosse klappe“, du bist grossartig!
    Ganz liebe grüsse von mir und meinem inneren kind, dss sich gerade mit mir freut :-)♡

    • Vielen lieben Dank, Regula! Die Kinder, die gerade für die Ausstellung entstehen, „arbeiten“ sehr mit und in mir. Eine ganz intensive Zeit. Da freu ich mich ganz besonders, wenn es einem von ihnen gelungen ist, eine Verbindung herzustellen zu den Kleinen in uns Großen.

      Herzliche Grüße,
      Petra

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