Die Fähigkeit, aus der eigenen Mitte zu leben

„Hol dir deine Aufmerksamkeit zurück!“ So titelte neulich der Autor eines Newsletters, den ich empfange. Klack! Magisch angezogen draufgeklickt. Natürlich wollte ich gerade etwas ganz anderes machen – so wie du vielleicht, bevor du angefangen hast zu lesen.

Klassischer Fall von Ablenkung

Wusstest du, dass es inzwischen in der Schule ein Fach namens „Medienkunde“ gibt? Nachdem ich mir die Lehrinhalte angesehen habe, hätte ich mir gewünscht, darin unterrichtet worden zu sein – aber ich gehöre noch zu der Generation, der man Reisszwecken mit Klebeband an die mechanische Schreibmaschine anbrachte, damit sie beim Tippen nicht wie ein Schluck Wasser am Gerät hängt. Was ich allerdings inhaltlich vermisste, war etwas, das mir Fragen wie diese beantwortete:

„Wie finde ich nach dem Surfen wieder zurück zu mir selbst?“

 

Und nicht nur nach dem Surfen. Die Frage nach dem „zurück zu mir“ ist eine viel elementarere Frage.

Sie stellt sich nach intensiven Gesprächen, in denen wir uns zu sehr mit dem oder den Gesprächspartner/n verstrickt haben, in Entscheidungsfindungen, in Zeiten der Eile und des Gehetztseins, in Beziehungen jeder Art oder wenn uns eine Krankheit das Stopp-Schild gezeigt hat. Oder nach einer Ausstellungseröffnung, bei der ich etwa 300 % mehr Kommunikation hatte, als im gesamten Monat zuvor. Sie betrifft jede Situation, die das Gefühl auslöst, nicht ganz bei sich zu sein und sich erstmal wieder sortieren und orientieren zu müssen.

Wer in sich selbst anwesend ist, kann aus sich selbst heraus leben. Eine gute Voraussetzung dafür, tatsächlich sein eigenes Leben zu leben. Sei nicht bloss eine Leinwand für das Gemälde eines anderen.

Eine Eigen-Marke zu sein, das setzt voraus, Zugang zu den eigenen Werten, den eigenen Ideen und den eigenen Pfaden der Umsetzung zu haben. Es sind die eigenen Qualitäten, mit denen wir uns einbringen können und sollen. Ich geh sogar noch einen Schritt weiter und sage: Das, was da drinnen angelegt ist, ist das, was die Erde jetzt gerade braucht. Die Qualitäten, die diejenigen mitgebracht haben, die vor uns da waren, waren zu ihrer Zeit hilfreich. Heute wird das helfen, was wir mitbringen. Das ist etwas Anderes und vor allen Dingen etwas Neues. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns immer wieder nach Innen orientieren.

Wie können wir das machen?

Es gibt in jedem Menschen (ich bin immer skeptisch, wenn so pauschalisiert wird, aber in dem Fall ist es tatsächlich so) einen stillen Raum, noch genauer: einen stillen Punkt. Und obwohl es dort so still ist, kommen aus ihm alle Antworten, nach denen uns verlangt. (Übrigens auch die, nach denen uns eher nicht so verlangt). Das wirklich Interessante an diesen Antworten ist, dass es die sind, die extra auf uns zugeschnitten sind. Die Maß-Anfertigungen, die Spezial-Antworten, die sonst für keinen anderen passen und deshalb so wichtig sind um ein Original-Leben im Einklang mit dem, was gebraucht wird, zu führen.

Meditation für Nicht-Meditierende

Es ist keine Neuigkeit, dass Meditation den Zugang zu diesem stillen Punkt ermöglicht. Nun ist Meditation allerdings nicht Jedermanns Sache. Das ist einer der Gründe, weshalb ich die „Kleinen Kreativitäten des Alltags“ erfand. Wenn du sie dir mal genauer anschaust, haben sie fast alle etwas gemeinsam: sie sind still, laden zu einem kleinen praktischen Schritt ein und sie helfen dir in Verbindung zu kommen mit dir selbst. Sonst wollen die nichts. Nicht mal „schön“ sein.

Viel Spass beim Ausprobieren und
ein gutes Ankommen in deiner Mitte
wüncht dir

Petra

 

frisches_gruen_eintragebuttonGar nicht so einfach…

 

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